Almut Klotz ( Ventil Verlag)

1962 im Schwarzwald geboren, lebt und arbeitet seit 1985 in Berlin. Als Sängerin und Songwriterin war sie maßgeblich an der mittlerweile legendären Band Lassie Singers beteiligt. 1998 gründete sie zusammen mit Christiane Rösinger das Musiklabel Flittchen Records. Seit 1997 arbeitet sie als freie Autorin.

Zusammen mit Rev. Christian Dabeler gibt sie unter dem Namen »Klotz+Dabeler« Konzerte und Lesungen. Das erste gemeinsame Album »Menschen an sich« erschien im Oktober 2007 auf dem Label Zick Zack.

 

Bei Ventil erschienen:
- Aus dem Leben des Manuel Zorn
- Tamara und Konsorten

 

Almut Klotz liest aus dem Erzählband "Tamara und Konsorten".

Dienstag 20:00 Uhr im Anbau.

Andreas Stichmann (mairisch Verlag)

*1983 in Bonn. Lebt in Hamburg. Kam über das Comiczeichnen zum Schreiben. Längere Aufenthalte in Südafrika und Iran, die auch in seine Erzählungen eingeflossen sind. Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Im September 2008 erschien der Erzählband »Jackie in Silber«, ausgezeichnet mit dem Clemens Brentano Preis 2009 und mit dem Stipendium des Literarischen Colloqiums Berlin.

 

Montag 18:40 Uhr im Saal & 19.20 im Anbau. 

Anne Schülke (Textem Verlag)

Fotografie: Saskia Zeller
Fotografie: Saskia Zeller

Anne Schülke, geboren 1973.

Studium der Philosophie und Literatur in Düsseldorf.

Theaterregieassistenzen in Düsseldorf, Zürich und Wien.

Sie realisiert seit 2003 Stücke, Videos und Kurzfilme in Kooperation mit Fotograf/innen, Musiker/innen und Bildenden Künstler/innen.

Seit 2006 widmet sie sich besonders dem Schreiben.

Zurzeit arbeitet sie im Rahmen ihrer Promotion zum Begriff Autofiktion, schreibt ein Hörspiel über Hubert Fichte und eine Biografie über den Pariser Schriftsteller Paul Nizon.

Sie lebt und arbeitet mit ihrem Lebensgefährten in Düsseldorf.

 

Es gibt die schönsten Klischees von einem vergeudeten Tag: Auf der Rennbahn, im Kasino, wetten, spielen, Pokern, in Clubs, tanzen, trinken, rauschen, heute, jetzt, shoppen, Schaufenster entlang laufen, begehren, zugreifen, schöner werden, aufblühen, flanieren, flirten, essen, sich bedienen lassen, jetzt, Wellness, Sauna, Massagen aus China, Thailand, heute, Bordell, Abenteuerleben und Räuberei, also Geschäftsmann sein, Shareholder, einer, der am Limit lebt, einer, der alles riskiert, der eine Aufregung spürt, wenn Tausende freigestellt werden, beim ersten Mal, beim zweiten Mal, pocht das Herz in der Brust, geil, geil, geil, auf einem Schiff anheuern: geht nicht mehr, Fremdenlegion: auch nicht, also: Kriegsberichterstatter, rein in den Irakkrieg, im schmuddeligen Hotel an die Decke starren, den Blick in einem Ventilator kreisen lassen bis ein Handyklingelton aus den Tagträumen weckt, die zurückführen in den nahezu regungslosen Zustand, den ein bewusst geführtes Leben bedeutet.

(aus: Randerscheinungen, Teil 2.: Müßiggänger)

 

Sonntag 17:30 Uhr im Anbau.

und Detlef Klepsch (Videoinstallation)

 

Nach einem Studium der Freien Kunst an der HfBK Hamburg und der Kunstakademie Düsseldorf (Meisterschüler von Nam June Paik) arbeitet Detlef Klepsch seit vielen Jahren an der Schnittstelle Ton, Musik, Video und Netzkunst. Im Fokus steht dabei der kritische Blick auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft.

Carsten Klook (Textem Verlag)

Carsten Klook lebt und arbeitet in Hamburg als Schriftsteller und Kulturjournalist (u. a. Zeit online und Textem.de). 1988 und 1991 erhielt er Literaturstipendien der Stadt Hamburg, 2007 ein Aufenthaltsstipendium im Künstlerhaus Lauenburg/Elbe. Radio Bremen strahlte 1994 erstmalig sein Hörspiel "Die Reise nach Worpswede" aus. Sein Roman "Korrektor" erschien 2005 im Textem Verlag, ebendort auch der Erzählungsband "TV- Lounge – In- und Auslandsverbindungen" (2007) sowie der Story-Band "White Trash – Sieben simple Stories" (2007). Beim Label "Grünrekorder" sind seine Hörspiel-CDs "Talk Slalom"  und "Halbe Portion Jubel" erhältlich. Im Sommer 2009 wurde Klooks Gedicht- und Prosaminiaturenband “Unterirdische Absprachen” veröffentlicht. 

 Carsten Klook liest aus seinem unveröffentlichten Roman "Stadt unter".

In der Hörspiel-Nacht stellt Carsten Klook Hörstücke aus seinen CDs "Halbe Portion Jubel" und "Talk Slalom" vor. (siehe auch Hörbuch)

Ausserdem:

Mit der Gruppe Helgoland vertont Carsten Klook am 10. Mai seinen Gedicht- und Prosa- Band "Unterirdische Absprachen". (siehe auch Musik)

 

www.carsten-klook.de

 

Sonntag 16:40 Uhr im Anbau.

Frank Klötgen (voland&quist)

1968 in Essen geboren. Slam-Poet und Netz-Literat sowie seit mehr als 20 Jahren und 13 CDs Sänger und Texter bei Marilyn's Army. 1998 für die Hyperfiction "Aaleskorte der Ölig" von der ZEIT mit dem "Pegasus"-Preis für Internet-Literatur ausgezeichnet. Studierte Kommunikationswissenschaften und arbeitete zehn Jahre lang als Webmaster für Universal Music. 2004 erschien mit "Spätwinterhitze" der erste deutschsprachige Hyperfiction-Roman auf CD-ROM (Verlag Voland & Quist); 2005 feierte sein Online-Musical "Endlose Liebe/Endless Love" Premiere. Seine besten Slam-Texte gibt es seit März 2007 in "Will Kacheln" (Buch und CD, Verlag Voland & Quist). Seit August 2007 schreibt er den Stadtkind-Blog auf tagesspiegel.de. Monatliche Kolumnen in diversen Magazinen, zahlreiche Beiträge in Anthologien und Zeitschriften. Permanent auf Lese-Reise und mit dem Tanzorchester Baron von Kurz in der Republik unterwegs. Außerdem DJ und einstmaliger Deutscher Vizemeister im Skateboardfahren.

 

Lebt in Berlin und ist zu finden auf www.hirnpoma.de.

 

Frank Klőtgen liest aus seinem Roman Der Fall Schelling.

Montag 18:30 Uhr im Anbau.

Frank Schäfer (Textem)

 

Frank Schäfer, geb. 1966, Dr. phil., war Mitherausgeber der mittlerweile eingestellten Literaturzeitschrift "Griffel. Magazin für Literatur und Kritik". Seit 1996 als Kulturjournalist, Kolumnist und Buchautor tätig.
Schreibt regelmäßig für Rolling Stone, Neue Zürcher Zeitung, Die Zeit, taz, junge Welt, Titanic, Konkret etc. Diverse wissenschaftliche, essayistische und belletristische Buchpublikationen (in Auswahl): "Die Welt ist eine Scheibe. Rockroman" (Oktober Verlag, Münster 2001); "Verdreht. Erzählungen"
(Oktober Verlag, Münster 2003); "Pünschel gibt Stoff. Stories" (Maro Verlag 2004); "Kleinstadtblues. Zehn Stories" (Maro Verlag, Augsburg 2007);
"Generation Rock. Konzept-Album" (Oktober Verlag. Münster 2008);
"Homestories. Zehn Visiten bei Schriftstellern" (Textem Verlag, Hamburg
2008); "Woodstock ’69. Die Legende" (Residenz Verlag, St. Pölten 2009)


Montag 19:00 Uhr im Anbau.

Frank Schäfer liest aus "Generation Rock". 

Gabi Schaffner (Textem Verlag)

 

*1965 in Offenbach/Main, Schriftstellerin, interdisziplinär arbeitend. Verknüpfte Bereiche: Audiokomposition und Fotografie. 

 

 

www.schaffnerin.net

 

 

Sonntag 20:00 Uhr im Anbau.

Gabi Schaffner liest  "Karaoken Satumaa": eine Hommage an den Taumel des Karaoke-Singens in Finnland. Ob in umgebauten Toilettenbuden, auf einer Bühne im Wald oder in den schickeren Bars: Wer singt, ist noch lange nicht am Ende.

 

Gordon Roesnik (Minimal Trash Art Verlag)

 

Gordon Roesnik, geboren 1973, aufgewachsen im Rheinland, lebt in Hamburg. Gründungsmitglied der Literaturkooperative MACHT und seit Jahren im literarischen Leben aktiv.

Nach Veröffentlichungen in diversen Zeitschriften und Anthologien ist „Ich aber“ sein erstes Buch.

 

Mit „Ich aber“ legt der Hamburger Autor und Literaturveranstalter (u.a. MachtClub) Gordon Roesnik sein Debut vor. Die fünf absurden und phantastischen Geschichten beleuchten fünf männliche Protagonisten in verschiedenen Lebensaltern.
Roesnik setzt sie einschneidenden Erlebnissen aus und beschreibt mit großer Begeisterung ihre Irrungen und Windungen, aber auch ihren Mut und die Entschlossenheit, den eigenen Weg weiterzugehen. Auch wenn sie dabei bisweilen brutal lächerlich abstürzen.
Im Zentrum des Buches steht die Geschichte „Ludmilla und Regina“ über eine ungewöhnliche Ménage à trois. So hat man Abhängigkeit und Körperlichkeit selten aufs Papier gezaubert gesehen.
„Ich aber“ ist fesselnd und individuell geschrieben. Ein idealer Expressschmöker für die U-Bahn, den Bus ... oder das Mädchenpensionat.

 

Dienstag 18:00 Uhr im Saal.

Forum Hamburger Autoren

 

Am 9. November 1989, als die gesamte Welt auf die Geschehnisse an der innerdeutschen Grenze schaute, gab es auch in Reinbek bei Hamburg ein kleines Ereignis zu verzeichnen: Im Festsaal des Reinbeker Schlosses fand das erste Forum junger Autorinnen und Autoren statt. Fortan trafen sich einige der Nachwuchsschreiber und Schreiberinnen, die sich damals zur öffentlichen Lesung zusammengefunden hatten, mit weiteren Interessierten regelmäßig zu Werkstattgesprächen und organisierten gemeinsame Lesungen. Neue Mitglieder kamen im Laufe der Jahre hinzu, einige der älteren stiegen aus und gingen eigene Wege. Das Forum junger Autorinnen und Autoren gewann an Profil, lebte und lebt vom Wandel und der Veränderung. Seit Herbst 2004 nennt es sich Forum Hamburger Autoren.

Alicja Wendt

 

Jahrgang 1963, geboren in Bytow/Pommern (Polen).

Seit 1977 in Hamburg. Ausgebildete Chemisch-technische Assistentin, zur Zeit im Einlassbereich des Deutschen Schauspielhauses tätig.

Schreibt Lyrik. Übersetzt auch Lyrik aus dem Polnischen ins Deutsche.

Mitglied im Forum seit 1992.

 

Dienstag 21:00 Uhr im Saal.

 

Andreas Münzner

 

Geb. 1967, aufgewachsen bei Zürich.

Erster Roman "Die Höhe der Alpen" (Rowohlt), dafür u.a. Förderpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und Irmgard-Heilmann-Preis. Es folgten der Kurzprosaband "Geographien" (Liebeskind) und Lyrik unter dem Titel "Die Ordnung des Schnees" (Zu Klampen). Zuletzt erschien der Roman "Stehle" (Liebeskind).

 

Dienstag 20:40 Uhr im Saal.

 

Christian T. Schön

 

Geb. 1974 in Salzgitter.

Aufgewachsen in Salzgitter, seit 1995 in Hamburg. Studium der Mathematik und Sonderpädagogik. 2000 - 2007 Autor für TAZ und MERIAN. Seit 2004 Sonderschullehrer in Hamburg und Rotenburg/Wümme. Täglich Arbeit an den Texten nicht länger als eine Stunde. Kein Roman.

Aktuelle Projekte:
"Die kleinen Dinge" (Tagebuch)
"Das Schöne und das Sinnlose" (Prosa)
"Der Weg zur Wasserstelle" (Erzählung)
"Versuch 1" (Fassung für zwei Stimmen)

Mitglied im Forum seit April 2008.

 

Sonntag 20:50 Uhr im Saal.

Katha Schulte

Geb. 1967 in Herten, Westfalen.

Studium der Germanistik und Italianistik in Münster und Hamburg. Lebt und arbeitet als Journalistin, Filmkritikerin und freie Lektorin in Hamburg; u. a. für Spex, Szene Hamburg, Texte zur Kunst. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien.

Mitglied im Forum seit 2009.

 

Im Herbst 2010 erscheint ihr Roman „Unwesen“ im Hablizel Verlag.

 

Montag 20:50 Uhr im Saal.

Myriam Keil

 

Geb. 1978 in Pirmasens.

Aufgewachsen hier und da in der Pfalz, Studium in Münster, seit 2002 in Hamburg. Dipl.-Finanzwirtin und freie Autorin. Einzelveröffentlichungen: "Angst vor Äpfeln" (Kurzprosa, Edition Thaleia 2007); "ein platz am fenster" (Gedichte, fza verlag 2007); "Sonntags" (Erzählung, SuKuLTuR 2008). Literaturpreise und Stipendien, u.a. Hamburger Förderpreis für Literatur 2006, Literaturpreis Prenzlauer Berg 2006,

Förderpreis der Stiftung kunst:raum sylt quelle zum Inselschreiber-Literaturstipendium 2008.

 

Siehe auch www.myriam-keil.de und myriamkeil.blogspot.com

Mitglied im Forum seit Januar 2008.

 

Dienstag 20:20 Uhr im Saal.

Nils Mohl

 

Jahrgang 1971, geboren in Hamburg.

Arbeitete im Baugewerbe, im Einzelhandel, in der Logistikbranche und ist derzeit Angestellter in der Reklamewirtschaft. Für seine Prosa erhielt er u. a. den  Hamburger Förderpreis für Literatur.

Über sein Romandebüt Kasse 53 urteilte das Hamburger Abendblatt: "… ein böses, oft sehr witziges Gesellschaftsporträt."

Einzelveröffentlichungen:
Ich wäre tendenziell für ein Happy End. Erzählungen. Plöttner Verlag (2009)
Kasse 53. Roman. Achilla Presse (2008)
High und Low Level Litbizz.
Essay. Artislife Press (2006)
Revolution. Stück (mit Max Reinhold). UA Basel (2004)

Mitglied im Forum seit 2001.

Siehe auch www.nilsmohl.de, www.kasse53.de sowie www.happy-end-storys.de.

 

Montag 20.30 Uhr im Saal.

 

Oskar Sodux

Geb. 1958 in Hamburg.

Veröffentlichungen: „Kreuzzüge in die Grauzone“, Rospo Verlag, 1995; „Es riecht nach Zirkus“, Achilla Presse, 1996; „Triebwagenfahrt ins Blaue hinein“, durchschuss-Verlag, 2000.

 

Leseprobe:

Manchmal, wenn ihn ein Schwindel von Glück ankam wie eine erste Person Singular und beinah 'ich' brüllen wollte wie ein Amen und Halleluja, trat er vor Haustüren, setzte sich auf Hausstufen wie ein melancholischer Alter und ließ die Lungen wärmflaschenvoll milder Luft laufen, dass er leicht wurde. Und die Tage, solche Tage, rochen, je nachdem, nach Harz im Schaukelwind oder nach fernen Eisenbahnen, die durch den allerfeinsten Frühniesel unterwegs waren, irgendwohin.
Einmal trat er dann ganz dicht an ihn heran. Nicht gerade ein Typ, der ihm gefallen würde. Stand vor ihm, ein Krempling unter seinem großen abgegriffenen Filzhut, in runzligem Schuhwerk. In grüner Latzhose, die um den Schlitz herum vom vielen Benütz ausgeblichen war. "Dass es dich noch gibt", staunte er nicht schlecht.
Dann ging er. Und scheinbar bewegten sie sich ständig auseinander. Aber sie behielten sich immer im Blick, als kleine Punkte, weit weg, an ihren Horizonten.

 

Montag 21.10 Uhr im Saal.

Paula Coulin

Geb. 1979 in Stuttgart.

Rheinisch sozialisiert. Studium der Anglistik in Hamburg und Manchester. Seit 2004 Lesungen und Slams. Veröffentlichungen in diversen Anthologien. Hat mal in Indien gelebt und gearbeitet. Schreibt am ersten Roman und promoviert.

 

Jans Mär (Romanauszug)

Der Bus fährt seit einer halben Stunde. Janina hängt, benommen von der schlechten Luft, die Busse natürlicherweise produzieren, in einem der mit teppichartigen Geweben bezogenen Schalensessel. Sie beobachtet die Anzeige der Haltestellen über der Fahrerkabine. Am Fenster zieht die Straße vorbei, und an der Straße Kleingartenkolonien, S-Bahn-Trassen und Reihenhäuserreihen. Wieder hält der Bus. S-Bahn Rübenkamp, hier steigen massig Leute ein. Ein Junge mit einer Stoffhose, über der er eine in Höhe der Knie abgeschnittene Jeans trägt, stürmt in den Bus und ans Fenster, um der Frau zu winken, die auf dem Bushaltestellenbänkchen sitzt. Sie hat mindestens zwei bis drei abgenutzte Plastiktüten um sich herum stehen, einen pinken Wäschekorb voller Altglas und greift gerade suchend unter die Bank. Dann sieht sie auf, winkt ebenfalls und lächelt. In ihrem Mund befindet sich eine Kernfamilie von Zähnen, der Rest ist ausgezogen. Janina verdreht den Kopf, um besser zu sehen, als der Bus weiterfährt. Der Junge mit den zwei Hosen lacht wie einer der Autisten, mit denen sie ein Jahr lang gearbeitet hat. Ihr fehlt das, merkt sie plötzlich, ihr fehlt Kolle, der schon fünfzig war und am liebsten gewebt hat. Zum Geburtstag hat er ihr einen Teppich gewebt, so groß wie ein Telleruntersetzer. Das Ding liegt unter ihrem Kopfkissen, die bunten Wollfäden verlaufen unregelmäßig, verschwinden oft, um an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Eingewebt sind auch Kassettenbänder, Gelber-Sack-Bindefäden und Stroh. Wenn sie nicht schlafen kann, tastet sie danach, fährt die Oberfläche mit den Fingerkuppen ab.

 

Dienstag 20.00 Uhr im Saal.

 

Sigrid Behrens

Geb. 1976 in Hamburg.

Studium der Kunst und Germanistik in Hamburg und Genf; lebt als Autorin und Dramatikerin in Hamburg. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, zahlreiche Preise und Stipendien. Theaterstücke beim Drei Masken Verlag. Das Prosa-Debüt "Diskrete Momente" ist im Frühjahr 2007 im Carl Hanser Verlag erschienen.

Weitere Infos unter www.sigridbehrens.de

 

Auszug aus: Statisterie (Szene für den Malersaal)

Zum Glück gibt es Tische, an die man sich setzen kann. Als hätte man die Ruhe, das zu tun: sich zu setzen, die Beine übereinander zu schlagen, mit fahrigem Blick den Raum zu mustern, nachdem man nachlässig ein paar Staubflusen, unsichtbare, vom Rocksaum entfernt, ein paar Gedankenflusen, haltlose, von der Stirn gewischt, ein paar Wortfetzen/ Warnsätze/ Wutausbrüche von den Lippen gestreift hat, wie Krümel, die sich schändlich noch vom Frühstück an die Wange heften, die einem das Gesicht verunstalten über den halben Tag, und man weiß es gar nicht, und man wird angestarrt, und niemand sagt etwas, und es ist peinlich. Jetzt starren wir gemeinsam auf den Wortkrümel der Frau, den sie sich noch nicht von der Wange gewischt hat seit heute morgen, weil sie es gar nicht merkt, und weil es ihr noch niemand gesagt hat. Die Frau sitzt auf einem der gepolsterten Stühle, es ist eine dieser Frauen, die interessant werden durch ihren suchenden Blick, es ist eine dieser Frauen, die sich gerne in der Nähe von Toiletten aufhalten, um sich aus dem Staub machen zu können, unauffällig jederzeit, um sich aufzuheben wie den Flusen vom Rocksaum, sich wegwischen zu können wie den Frühstückskrümel vom Morgen, von der Wange, schaut in ein fremdes Gesicht wie in einen Spiegel, entdeckt den Krümel, sich selbst, wischt sich zügig fort, geht aufs WC. Das ist praktisch. So eine Frau ist das. Das muss man wissen, um sie zu sehen. Ich sage das, weil ich es weiß. Ich weiß, dass ich mir diese Frau nun anschauen werde, wenn ich jetzt sage: Dies ist der Anfang.

 

Sonntag 20.30 Uhr im Saal.

Wiebke Spannuth-Maginess

Geboren 1965 in Hamburg, aufgewachsen in Brüssel, Jakarta und Hamburg. Dazwischen verbrachte sie immer wieder Wochen und Monate in zwei niedersächsischen Dörfern.

Studierte Germanistik, Soziologie und Geschichte in Freiburg und Hamburg. Anschließend Diplom der Journalistik an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Arbeitete als freie Journalistin für Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunkanstalten. Hamburger Förderpreis für Literatur 2004.

Mitglied im Forum seit Januar 2004.

 

Sonntag 21.10 Uhr im Saal.

 

Heinrich Dubel (MaasMedia)

lebt in Berlin und arbeitet als Autor und Radio-DJ über Mythen, Subkulturen, Science Fiction und Architekturkritik.

 

 

Sonntag 17.40 Uhr im Saal.

Vortrag: Deutsche Bärte – Hitler und die organisierte Bartbewegung / Von Bartmännern und Bartfrauen – Bericht einer sozialen Intervention

Die Geschichte kennt den Bartmann unter vielen Namen. Heinrich Dubel beleuchtet diese Geschichte unter dem Aspekt eines Bartes, der zum Synonym für das Böse schlechthin geworden ist. Darüberhinaus berichtet er von seinen Erfahrungen mit einer Subkultur, welche sich der Verherrlichung des sekundären männlichen Geschlechtsmerkmals widmet: der organisierten deutschen Bartbewegung. Freuen Sie sich auf einen informativen und unterhaltsamen Vortrag.

 

www.heinrichdubel.de

 

Ina Bruchlos (Minimal Trash Art)

 

Ina Bruchlos wurde 1966 in Aschaffenburg geboren und studierte Freie Kunst in Offenbach, Rotterdam und Hamburg, wo sie seit 1997 lebt.

Sie arbeitet in den Bereichen Malerei und Literatur.

2002 erhielt sie den Förderpreis für Literatur der Freien und Hansestadt Hamburg sowie 2004 den Publikumspreis zur Erscheinung des Hamburger Ziegels im Literaturhaus.

2002 erschien ihr erster Kurzgeschichtenband „Städteverbindung

Frankfurt-Hamburg“ im material-verlag der HfbK Hamburg, 2005 im Nachttischbuch-Verlag, Berlin, ihr Erzählband „Nennt mich nicht Polke!“ und 2006 „Mittwochskartoffeln“.

 

Weitere Informationen auch unter www.ina-bruchlos.de

 

Sonntag 20.40 Uhr im Anbau.

 

 

 

  Als ich in einem unüberlegten Moment Chris fragte, ob sie eigentlich je überlegt habe aus Hamburg wegzuziehen, sah ich in ein überraschtes Gesicht, dessen hanseatischer Mund die Frage formte: Um Gottes Willen, wohin denn?
Mittlerweile bin ich lange genug hier um zu wissen, was den Hamburger in Hamburg hält, man könnte vereinfacht denken: Hamburg. Nur, was unterscheidet diese Stadt von anderen großen Städten, warum ist es für den Hamburger so unbegreiflich, seine Stadt zu verlassen, und weshalb behauptet der Wetterdienst, die aufkommende Schlechtwetterfront zöge ausschließlich über die schönste Stadt Deutschlands, so als ob es nirgendwo anders auch regne, als könne selbst der Regen einer so unbeschreiblichen Stadt wie Hamburg nichts ausmachen, und selbst wenn es anderswo einmal nieseln sollte, die anderen Städte den Kampf gegen das Wetter verlieren, nasser und trister werden, während die Hanse in einem Glanz, den nur der Hamburger zu erkennen vermag erstrahlt.
Aus meiner Sicht, die schon immer eine Sicht aus der Provinz war, ich, die ich ja streng genommen auf dem Land groß wurde, auf einem Land, Land genug, um seine Haustiere in Kornfeldern zu verlieren und Stadt genug, um die Feldwege zu teeren und sich in einem fort in eine Stadt zu wünschen, aus meinen Provinzaugen sind Großstädte Großstädte. Ich mache noch feine Unterscheidungen zwischen Stuttgart und Berlin, und trotzdem stellte sich für mich nie die Frage, ob nun Frankfurt oder Hamburg meine Stadt der Zukunft werden sollte. Ich ging nach dem reinen Ausschlussprinzip vor, dass ich bestimmt nicht in Reinheim leben, geschweige denn sterben wollte, dem Nest im Irgendwo, wo die Läden wie die Nachnamen meiner Mitschüler klangen, wo die Läden den Vätern der Mitschüler gehörten und die Getränkehandel immer Getränke Reinhard heißen würden, es sei denn Herr Reinhard wäre mit dem Pech einer Tochter gesegnet, die den Namen ihres Nachbarn annähme, des Bäckers Freitag, und der Bäcker das Glück hatte sich in seinem Nest auszudehnen, denn dann gab es einen Bäcker und einen Getränkeladen mit seinem Namen. Man vermutete beinahe das Ziel, dass irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft, Reinheims Einzelhandel den einen großen Namen trug, der sich durchsetzte: Habermann, denn auch die Freitags bekamen nur Töchter.

 

(Leseprobe aus: ‚Der Kampf der Mähdrescher’)

 

Johanna Hemkentokrax (Poetenladen)

geboren 1982 in Bielefeld. Lebt in Leipzig. 2003 – 2008 Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Veröffentlichungen in Zeno und Tippgemeinschaft sowie journalistische Arbeiten. Limburger Förderpreis für Literarische Prosa 2006.

 

Johanna liest aus dem poet 8 ihre Geschichte "Animal Farm".

 

Sonntag 16.20 Uhr im Anbau.

Juliane Beer (zeter&mordio)

 

1964 in Bonn geboren, verbrachte ihre Kindheit in Nordrhein-Westfalen, ihre Jugend in London und Norddeutschland. Seit 1984 ist sie in Berlin sesshaft. Hier arbeitete sie ab 1990 an verschiedenen Off-Theater Produktionen, wie beispielsweise Heiner Müllers `Medea Material´ und einer Caligula-Fassung nach Albert Camus mit. Ende 1998 begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Roman `Über den Fortgang der Dinge´, erschienen 2004, Versuch der literarischen Darstellung des eigenen, durch und durch realistischen Phantasielebens.
2007 erschien der zweite Roman, modifizierte Logbucheintragungen der letzten 20 Jahre.
Seit 2008 geht es um eine renitente Arbeitsvermittlerin im Jobcenter Neukölln, die hinter dem Rücken ihres Vorgesetzten eine Schwarz-Arbeit-Agentur betreibt.
Zwischenzeitlich erschienen Kurzgeschichten von Juliane Beer in Anthologien und Zeitschriften.

 

 

 

Gelesen von: Katriana

 

http://www.katriana.de/

 

 

Sonntag 17.20 Uhr im Saal.

Jürgen Marschal (AusnahmeVerlag)

 

*1983. Wien. 

 

Im hobbydepressiven Österreich ländlich sozialisiert, Student der Theaterwissenschaft. Friedhofgärtner. Nachtportier. Cartoonist für das Satiremagazin 'Titanic'. Drehbuchautor für die Late-Night-Show 'Willkommen Österreich'. 

 

www.marschal.at

 

Comiclesung Sonntag ab 21.45 Uhr im Anbau.

Katharina Bendixen (Poetenladen)

Geboren 1981 in Leipzig, Studium der Buchwissenschaft und Hispanistik, lebt als Autorin und Journalistin in Leipzig.

Sie erhielt für ihre Texte einige Auszeichnungen, u.a. Debütpreis des Poetenladen (2005), erostepost-Literaturpreis (2007), Würth-Literaturpreis 2008., Wiener Werkstattpreis (2009) und ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen (2009).

Anfang 2009 erschien ihr Debüt Der Whiskyflaschenbaum (poetenladen).

Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften und Anthologien, u.a. Am Erker, entwürfe, Lichtungen, schreibkraft, Macondo.

 

Sonntag 16:00 Uhr im Anbau & 17:00 Uhr im Saal. 

Laura Tonke (MaasMedia)

 

Schauspielerin und Künstlerin. Lebt in Berlin.

Mit einem Zeichenprogramm namens Facebook Graffiti, das die Socialplatform Facebook ihren Mitgliedern anbietet, hat Laura Tonke für ein halbes Jahr ihren Alltag skizziert. Die Positionen und Perspektiven der Zeichnungen sind nie eindeutig: manchmal Ausdrücke einer Emotion, mal ein Jux, mal reine Farbexplosionen, mal Microdrama, mal fiktive Szenen für einen imaginären Kinofilm, dann wieder Gedanken, Erinnerungen, Visionen. Schnappschüsse aus einem Leben in der Form der einfachen schnellen Zeichnung. Laura Tonke, die als Schauspielerin seit den 90ern des deutschen Kinos bekannt geworden ist, ist mit diesem ersten Buch lässig geblieben, und schafft es so ganz nebenbei Verletztheit zu zeigen und dennoch alle Geheimnisse zu wahren. Wie in ihren besten Filmrollen.

 

 

Laura Tonke wird ihr Zeichnungsbuch "Meine schönste Zeit – Facebook Graffitis Oktober 2008 – März 2009" persönlich signieren.

Lino Wirag (AusnahmeVerlag)

 

*1983.

 

Studierte Wissenschaften und Künste an verschiedenen Orten; lebt jetzt als Autor, Zeichner und Wissenschaftler zwischen Konstanz und München. Preise, Stipendien usw. 

2009 erschien der Roman "Rülps und Radikal" (Ausnahmeverlag) und der Essayband "Platzen vor Lachen!" (Autumnus-Verlag).

 

www.linowirag.de

 

Comiclesung Sonntag ab 21.45 Uhr im Anbau.

Martin Lechner (Textem)

Jahrgang 1974, lebt in Berlin.

 

2006 Alfred-Döblin-Stipendium sowie Teilnahme am 14. Open Mike.

 

Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften (Manuskripte, Edit, Bella Triste, Ostragehege, Sprachgebunden, SIC, Segeblatt u.a.) sowie die Erzählungen Bilder einer Heimfahrt im Textem-Verlag 2005 und Larsen in der Anthologie Covering Onetti, Lettretage-Verlag, 2009.

 

Sonntag 20.30 Uhr im Anbau.

          Martin Lechner liest aus seinem neuen Roman 'Kleine Kassa'.

Martina Hoffmann (luxbooks)

lebt und arbeitet als freie Graphikerin und Illustratorin in Berlin. Ihre wundervollen Bilderwelten zieren Magazine, Plakate und Platten-Cover. Seit 2005 kreiiert sie Jahr für Jahr den beliebten »Mädchenkalender«. Ihr Animationsfilm "Lotta und der Zauber in der Nacht" ist als Buch mit dazugehöriger DVD bei luxbooks 2008 erschienen. Matthew Zapruders "Der Pyjamaist" und Edgar Allen Poes "Ballon-Luftnummer" ist ebenfalls bei luxbooks erhältlich.

 

Martina zeigt am Montag um 19.45 im Anbau ihren Zeichentrickfilm 'Lotta und der Zauber in der Nacht', stellt anschließend ihre graphische Arbeit 'Der Pyjamaist' in Bildern vor und spricht über ihr illustratorisches Schaffen.

 

 

http://www.stiftundpapier.de/

Matrattel (AusnahmeVerlag)

*1984

 

 Mehrzeller, Allesfresser, Herdentier. Lebt und "arbeitet" in Wien als Zeichner und Schreiber für das Satiremagazin HYDRA und ist Student der Landschaftsarchitektur. Hat als einziger Österreicher noch nicht versucht, Tex Rubinowitz nachzumachen, und sich für den AusnahmeVerlag wegen seiner außergewöhnlich guten Lage (Hamburg, Deutschland) entschieden. 

 

http://matrattel.tumblr.com

 

 

Comiclesung Sonntag ab 21.45 Uhr im Anbau.

Michael Weins (mairisch Verlag)

*1971, lebt als Autor und Psychologe in Hamburg.
Mitbegründer der Literaturclubs "Machtclub"und "Schischischo".

2009 "Delfinarium" (Roman)
2007 "Krill" (Erzählungen)
2002 "Goldener Reiter" (Roman)
2001 "Feucht" (Erzählungen)

 

 

Hätte man mir vorher ein Foto gezeigt und gesagt: »Sieh her,

diese Frau wird dein Leben verändern«, ich hätte den Kopf

geschüttelt und gelacht. Oder ich hätte Angst bekommen.

Sie war nicht gerade das, was ich unter meiner Traumfrau

verstand.

So hätte es ausgesehen, das Foto: Sie, im Zoo vor ein paar

Büschen postiert, linkisch, ein Fuß vor dem anderen, die

Hände seitlich auf der Hüfte verschränkt, mit verdrehten Fingern,

die Schultern eingesunken. Eine blonde Frau, viel zu alt

für mich, mit hoher, gewölbter Stirn und kleinen, stark geschminkten

Augen, groß, lang, dürr, in einer Stewardessenuniform.

Das Gesicht ernst, kein Anfl ug eines Lächelns. In

der Ferne auf der Wiese unscharf ein Pampashase.

»Nee«, hätte ich gesagt, »die nicht.«

Da hatte ich noch keine Ahnung.

 

(Auszug aus: ‚Delfinarium’)

 

Dienstag 20Uhr im Anbau. 

 

Niko Burger (AusnahmeVerlag)

 

*1985

 

Mitbegründer der Künstlergruppe „Neue Frankfurter Grundschule“. 

Student an der Akademie der Bildenden Künste, München.

Multimedialtalent, mit seinen Witzezeichnungen öfter in Titanic, aber dann auch wieder im Sigi-Götz-Entertainment-Magazin. Laut Carlsen-Maskottchen Ralph Ruthe haben Niko Burgers Cartoons keinerlei kommerzielles Potential. 

 

 www.knuspermarke.de

 

Comiclesung Sonntag ab 21.45 Uhr im Anbau.

Rev. Christian Dabeler (Ventil Verlag)

1965 in Hamburg geboren. Ist dort als Musiker, Produzent und Autor tätig. Er arbeitete u. a. mit Rocko Schamoni und der Band Nationalgalerie und tourte mit Robert Forster von den Go-Betweens. Seit 1999 komponiert er Theatermusik.

Zusammen mit Almut Klotz gibt er unter dem Namen »Klotz+Dabeler« Konzerte und Lesungen. Das erste gemeinsame Album »Menschen an sich« erschien im Oktober 2007 auf dem Label Zick Zack.

 

Bei Ventil erschienen:
- Aus dem Leben des Manuel Zorn«
- Tamara und Konsorten«

 

Dienstag 22.30 Uhr im Saal.

Rev Dabeler liest aus dem Erzählband "Tamara und Konsorten". 

Stefan Boskamp (Minimal Trash Art)

 

Stefan Boskamp wurde 1973 in Köln geboren und arbeitet als Neurologe in Hamburg (und wenn er nicht arbeitet, schwimmt oder schreibt, malt er gerne überall kleine Tiere hin).

 

Montag 18.00 Uhr im Saal.

Stefan Boskamp liest aus 'Territorium'.

Stefan Petermann (Asphalt&Anders)

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Stefan Petermann wurde 1978 in Werdau geboren. Studium in Weimar. Seine Erzählungen „nebenan“ und „Der Zitronenfalter soll sein Maul halten“ wurden verfilmt und auf internationalen Festivals aufgeführt.

Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, darunter zuletzt den Publikumspreis und den 3. Platz beim 14. MDR-Literaturwettbewerb. Im September 2009 erschien sein Debütroman "Der Schlaf und das Flüstern", mit dem er u.a. zu Gast bei 1Live Klubbing, den beiden Buchmessen und dem

Macondo-Literaturfestival war. Stefan Petermann lebt in Weimar.

 

Montag 18.20 Uhr im Saal.

Stefan Petermann liest zwei Erzählungen: "Außer Atmen" und "Retusche."

Schau gen Horizont und lausche. Über Städte. Eine Anthologie (Asphalt&Anders)

 

Dienstag 18:00 Uhr im Anbau.

 

Dreiundzwanzig Autorinnen und Autoren machen sich auf die Suche nach dem, was die Stadt ausmacht. Dabei entwickelt sich eine Reise rund um die Welt: von Valencia über Bern, Berlin und Pristina mit einem Abstecher nach New York bis nach Calcutta, Varanasi und Dhaka. Die Anthologie will aber nicht (nur) Reisebeschreibung sein, sondern vielmehr das Zusammenspiel von Urbanität und Literatur am Lebensraum Stadt erkunden, der durch Widersprüche und unentwegte subjektive Neuentdeckung geprägt ist. Das, was die Stadt im 21. Jahrhundert ausmacht, wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven und in neuem Licht betrachtet. Im Gesamten besticht die Anthologie durch eine ausgewogene Mischung an Gattungen, Stilen und Stimmungen.

 

Daraus lesen:

 

Christine Sterly-Paulsen

1970 in Mainz geboren. Studium der Ethnologie und Romanistik in Hamburg, wo sie auch heute mit ihren Kindern lebt. Sie arbeitet als freiberufliche Wissenschaftlerin und Übersetzerin und illustriert und gestaltet handgebundene Bilderbücher.

Tobias Heyel

1978 geboren, wuchs in der Nähe des Bodensees auf und studierte Lebensmittelchemie in Stuttgart und Dresden. Er ist nicht nur Gewinner bei zahlreichen Poetry Slams in ganz Deutschland, sondern auch seit 2005 Poetry Slam-Workshop-Dozent bei U20 Slam Stuttgart e.V. und dem Deutsch-Amerikanischen Institut Heidelberg. Er geht an Schulen, um Kinder und Jugendliche beim Ausarbeiten von Text-Performances anzuleiten. Außerdem veranstaltet Tobias Heyel seit 2007 eine Spoken Word-Reihe in Stuttgart. Teilnahme am SLAM 2005, 2006 und 2007 im Einzel- und Teamwettbewerb. Veröffentlicht in Anthologien (u.a. SchöneworthVerlag) und Literaturzeitschriften (u.a. &Radieschen). Bildet mit Pauline Füg und Ludwig Berger die Gruppe "Großraumdichten".

 

& Dienstag 19Uhr im Saal.

Wolf Hogekamp

Wolf Hogekamp veranstaltet seit 1994 regelmäßig Poetry Slams in Berlin und ist damit Pionier der deutschen Poetry-Slam-Szene. Er ist Mitglied der Literatengruppe Agrar-Berlin und Begründer der Berliner Lesebühne Berliner Wald. Seit mehreren Jahren beschäftigt sich Wolf Hogekamp mit der
Umsetzung von Bühnenliteratur im Video-Clip-Format, zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturmagazinen.

 

& Dienstag 19Uhr im Saal: 'Poetryclips' zusammen mit Toby Heyel.

Xochil Schütz

Xochil A. Schuetz bestritt in den letzten zehn Jahren über 400 Auftritte in zahlreichen europäischen Städten, Funk und Fernsehen, auf Festivals und Buchmessen, für Features und auf Lesebühnen sowie für die ZDF-Lyriknacht.
Im Araki Verlag erschien 2007 ihr Gedichtband „Flamingo und Gnu“, im Kyrene Verlag erschien 2008 ihr Kurzgeschichtenband „Was ich nie mehr sagen will zu Mickey Rourke“, bei edelkultur erscheint 2009 ihr Album mit vertonter Poesie „Perlenkind“.


Tobias Amslinger (luxbooks)

 

Geboren 1985 in Stuttgart, lebt in Berlin. Studium der Philosophie sowie der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft. Absolvent des Deutschen Literaturinstituts Leipzig. Mitinitiator des Göttinger Festivals für Lyrik, Bildende Kunst und Neue Musik "stallarte".

Veröffentlichungen u.a. in "Akzente", "EDIT" und "poet". 2006 Uraufführung des Theaterstücks "maliks buch" in Bremen. 2009 erschien der Debütband "Einzimmerspringbrunnenbuch" (mit Léonce W. Lupette) bei luxbooks, Wiesbaden. Zuletzt Mitherausgeber der Anthologie "Tippgemeinschaft 2010"
(Connewitzer Verlagsbuchhandlung, Leipzig).

 

Videoinstallation mit Léonce W. Lupette.

 

Dienstag, 18.20 Uhr im Saal.

 

Das Debut des Duos Tobias Amslinger und Léonce W. Lupette ist eine spritzig verspielte Tour de Force. Basierend auf dem literarischen Blog gleichen Namens, bei dem sich die beiden Autoren seit zwei Jahren mit Gedichten, Kurzprosa, Netz-Fundstücken und Fotos die Bälle zuspielen, hat sich mit diesem Buch ein geschliffenes Kondensat ihrer bisherigen Experimente herauskristallisiert. Es ist ein enzyklopädisch anmutendes Werk fortschreitender Zerstreuung, wie das Internet scheinbar ordnungslos und doch wie ein Flickenteppich aus Sprache eng miteinander verwoben, dabei hoch amüsant, vertrackt, experimentell und zugänglich zugleich. Die Texte der beiden erscheinen unter anderem in der Neuen Rundschau (Lupette), in der jährlichen Anthologie des Leipziger Literaturinstituts Tippgemeinschaft (Amslinger) sowie auf der Webseite des umtriebigen Leipziger Poetenladens.

Tor Åge Bringsværd (Onkel & Onkel)

 

Tor Åge Bringsværd (*1939 in Skien) ist einer der bekanntesten norwegischen Gegenwartsautoren.

Zudem ist er als Übersetzer von »Pu der Bär« der norwegische Kollege Harry Rowohlts.

Die skurrilen Gedankenwelten seiner Romane erinnern allerdings eher an eine gelungene Mischung aus Flann O’Brien und Douglas Adams.

Auf Deutsch liegen bereits vor:

  • Die Stadt der Metallvögel (1988)
  • Minotaurus (1989)
  • Das Frühstück der Langschläferin (1992)
  • Dschingis Khan (1994)
  • Die wilden Götter (2001 in der Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger als 200. Band der ANDEREN BIBLIOTHEK erschienen)

 

"Read'n'Roll mit Tor Åge Bringsværd" 

 

Bringsværd wird die Neuerscheinung "Die Frau, die allein ein ganzer Tisch war" vorstellen. Die skurrile Geschichte eines schüchternen, aber umso liebenswerteren Kauz, der sich stets nur auf Abstand zu verlieben wagt. Erzählt wird sie als humorvolles Psychogramm von seinen beiden Handpuppen, nur zwei von einigen alter egos des Protagonisten. 

 

Lesung und Moderation durch den Verleger Volker Oppmann finden in deutsch & norwegisch statt. 

 

Sonntag 19 Uhr im Saal.

Tobias Kunze

 

 

Unddannunddannunddann. Abertausendsassa. Schrottsammler, spielsüchtig, Messie, falscher Fuffziger, Ex-Graffitisprayer, zu laut, meist aufgedreht.
Hängt am Netz, ab und zu Kopfschmerzen/Schlaf.
Kann ne Menge, macht ca. die Hälfte. Aber davon viel.

 

RAP bei der Föderation (www.die-foederation.de)

 

POETRY/Literatur zum Beispiel www.wortgewitter.de, www.sublitbuch.de und limmer-x.de . Ist Mitglied der hannoverschen Lesebühne »Nachtbarden«, www.nachtbarden.de . Seit 2002 Ator (Organisator, Koordinator und Moderator) der 3x jährlich stattfindenden Offenen Bühne im Anderen Kino in Lehrte (www.das-andere-kino.de) und seit 2009 Mitgestalter der monatlichen Kulturreihe cROSSIng the bridge im Café Rossi in Hannover-Limmer. Seit 2008 Slammaster und MC des ALTSTADTSCHNACK Poetry Slams im 3RAUM/Ballhof.
Seit 2002 einer der Protagonisten einer sehr umtriebigen Live-Literatur-Szene in Hannover und Drumherum.

Hat Veröffentlichungen in ganz fantastischen Anthologien, Hörbüchern und Fanzines.
Herausgeber der 260 Seiten starken Anthologie "Stadtgeschehen bei Mischwetter, www.mischwetter.de
Mehrfach Gastbeiträge im Satiremagazin Punchliner (Ausgaben Nr. 2, 3, 4 und 6) www.subh.de

 

www.myspace.com/tobiaskunze

 

Dienstag 22Uhr im Saal.

TWO FISH (MaasMedia) Lesung mit Mario Mentrup, Martin Clausen und Laura Tonke

Sonntag 18.45 - 19.45 Uhr im Saal

 

 

Die in den Performancewind verstreuten Texte aus zehn TWO FISH Produktionen gibt es nun endlich auch auf gebundenem Papier. TWO FISH befriedigen mit dieser Veröffentlichung den Wunsch von Zuschauern, endlich etwas von ihnen in den Händen halten zu können. Die Publikation ist aber auch für all jene lustvollen Schnipselverfolger gedacht, die die Stücke selbst gar nicht kennen.

"Die Zusammensetzung von Bewegung, Sprache und Tanz ergibt bei TWO FISH eine Welt, die hoch sensibilisiert erscheint und wenn es nicht diese Distanz zu sich selbst gäbe, die man immer spürt, würde man die Figuren dieses Theaters vielleicht als neurotisch bezeichnen. Aber dann wäre ja alles, was uns umgibt neurotisch, die Mädchen, die sich in der U-Bahn die Hände eincremen, das Paar, das sich gerade erst kennen lernt und sich gegenseitig seine Vorlieben und Abneigungen erklärt, der Mann der nicht gesehen werden will und die Straßenseite wechselt.
Angela Schubot, Martin Clausen und ihre Mitstreiter betreiben Forschungen über Kontakt
und Kommunikation. Sie bearbeiten Aus- und Unaustauschbarkeit eigener Wesenszüge, sie
untersuchen innere Abgründe, Verlogenheit und Triebgesteuertheit, sie loten Normalitätsgrenzen und ihre Aufweichung aus, sie untersuchen Momente, in denen Empathie und Widerstand zusammenfallen. "

(aus dem Vorwort von Claudia Basrawi)

Mario Mentrup

Lebt und arbeitet als Schauspieler, Autor, Musiker und Filmemacher in Berlin.
Mitherausgeber der Bücherreihe MaasMedia.

 

http://www.mariomentrup.com/

Martin Clausen

(*1973) arbeitet seit acht Jahren als Schauspieler und Regisseur in der freien Szene in Berlin u.a. an den Sophiensaelen, Hebbel am Ufer, Podewil, Tanzfabrik und dem Ballhaus Ost. 2000 gründete zusammen mit Angela Schubot TWO FISH. Martin Clausen studierte Kultur- und Theaterwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin und machte anschließend eine Ausbildung zum Lehrer der F.M. Alexander-Technik.

 

http://www.twofish.info/